Course overview
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Wir alle haben unterschiedliche Voraussetzungen für ein gutes Leben


Was ist die Kern-Botschaft des Macht- und Privilegienrads?

Das Rad veranschaulicht, wie Identitätsmerkmale im überwiegenden Teil der Welt die Wahrscheinlichkeit größer oder kleiner machen, dass wir ein gutes Leben führen können.
Ein relativ sicheres Leben. Frei von Angst um Leib und Leben, frei von Beschämung, Verachtung und Armut.

Was macht das Rad in diesem Kurs?

Das Rad vereinfacht einen klaren und mitfühlenden Blick auf uns selbst und andere Menschen.
Die unsichtbaren Barrieren, die kleinen und großen Gemeinheiten oder Nettigkeiten, die wir erleben sind eingewoben in eine von Menschen gemachte Welt voller Ungleichheiten und Ungerechtigkeiten. 
Sich diese Welt bewusst zu sein, schafft Raum für mehr Klarheit und Verantwortungsübernahme.

Bewußtheit und Mitgefühl

Damit wir gemeinsam in einer guten Welt leben können, müssen alle Menschen gute Vorraussetzungen bekommen und nicht nur ein paar Privilegierte.
Die Bewußtwerdung der Machtverhältnisse in der Welt hilft uns, Verbündete zu sein für die, die an den äußeren Rand gedrängt wurden und hilft uns auch, für eigene Identitätsmerkmale, die Ungerechtigkeit erfahren, Verbündete zu sein und Scham z.B. etwas entgegenzusetzen.
Denn viele chronisch kranke Menschen z.B. erleben etwas, was man internalisierten Ableismus (Behindertenfeindlichkeit) nennt.
Arme Menschen kennen das auch. Es gilt als schwach, als Versagen, arm zu sein. Ein Makel. Den die meisten Menschen aus Angst vor Beschämung verstecken. Die Verachtung gegenüber Menschen, die in die Veramung geraten sind, hat ein Ausmaß angenommen, das beängstigend ist. Die kollektive Verachtung gegenüber Armut ist eine sehr deutliche Botschaft; sowie auch die Einschnitte im Sozial- und Gesundheitssystem. Sieh her, selbser schuld; kannst ja arbeiten gehen, heißt es da immer kollektiver voller Verachtung. 

Verachtung und Beschämung stößt Menschen aus der Wir-Gruppe, aus der Gruppe derer, die Schutz und Respekt verdienen. Sie spaltet uns und lenkt den Blick auf die Menschen statt auf die gesellschaftlichen Machtverhätnisse, die veränderbar sind.
Und was Giselle Pelicot in Bezug auf patriarchale Gewalt gesagt hat, gilt auch für alle anderen Gewaltdimensionen:
Die Scham muss die Seiten wechseln. Die Scham und damit die Verantwortung gehört in unsere gesellschaftlichen Strukturen, in unsere Sozialsysteme, in unsere Vorstellungsmöglichkeiten und Akzeptanz von der Vielfalt der Menschen.
Damit niemand in Angst und Armut leben muss. 

Wenn dir das für eine Gruppe von Menschen schwerfällt, lohnt ein Blick in die eigene kulturelle Prägung. 
Da lernen wir, was und wer dazugehört und wer oder was nicht. Wer oder was Bewunderung "verdient" und wer oder was "Verachtung". 
In diesem Kurs bekommst du im Modul Mitgefühl und Selbstmitgefühl Achtsamkeits-Praktiken in die Hand, mit denen du dein Verhältnis zu deiner Prägung reflektieren kannst. Und deine Fähigkeit ausbauen, andere Menschen so zugehörig wie dich selbst zu sehen.